Zur Korrektur.....................
Daran sollst du dich halten!
Nicht alle sind ernst zu nehmen, einige sind ein paar Gedanken wert!
- Du sollst keinen Unterricht mehr nehmen oder sogar daheim üben, das ist nur für Anfänger so gedacht.
- Du sollst nicht üben, denn wer übt, ist ein Kameradenschwein und fällt seinen Mitmusikern in den Rücken.
- Du sollst ja nie zu Hause üben, denn dazu sind die Musikproben da. Der Dirigent hat dir den Notentext beizubringen.
- Du sollst tägliche Tonbildungen meiden, sie könnten dem Ansatz schaden.
- Du sollst es vermeiden, jeden Tag zu spielen. Dies könnte die Qualität deines Spiels nachhaltig vermindern.
- Du sollst dein Instrument nicht unbedingt spielbar in die Probe bringen. Man hat noch genug Zeit während der Probe, Ventile und Blättli in Ordnung zu bringen.
- Du sollst zudem vermeiden, eine Probe mit gestimmtem Instrument zu beginnen. Damit könntest du den Eindruck erwecken, richtig zu spielen, was deine Kollegen und den Dirigenten aufs Äusserste verwundern würde.
- Du sollst öfters zu spät kommen. Das macht dich bei den Kameraden besonders beliebt.
- Du sollst den Proben fernbleiben, denn diese sind etwas für Minderbegabte. Du kannst es auch so.
- Du sollst öfters einmal fehlen. Wenn du aber trotzdem kommst, dann komme wenigstens zu spät, man erkennt daran deine Genialität. Ausserdem ist es vornehm und hebt dich vom gemeinen Fussvolk ab.
- Du sollst dich vor der Probe nicht einspielen; das ist nicht vornehm.
- Du sollst weder Initiative noch Interesse an die Probe bringen. Das ist Sache des Dirigenten.
- Du sollst dein Instrument nicht stimmen, ist für dich völlig überflüssig, überlass das dem anderen Stimmvieh.
- Du sollst dein Instrument vor jedem Spielen sorgfältig einstimmen, so kannst du den ganzen Abend mit ruhigem Gewissen falsch spielen.
- Du sollst ein paar Einsätze verpassen, die anderen spielen sie für dich schon mit.
- Du sollst aus deinem Musikverein herauszuhören sein, denn deine Stimme ist die wichtigste! Wenn alle leise spielen, spielst du laut. Fällst du dem Dirigenten unangenehm auf, kannst du immer noch sagen, die Posaunen seien zu laut gewesen, das glaubt er immer. Bist du selber Posaunist, kannst du sagen, du hättest geglaubt, p bedeute Posaunensolo.
- Du sollst aus der Kapelle herauszuhören sein! Dein Instrument klingt am besten. Wenn alle leise spielen, dann spielst du volles Rohr.
- Du sollst aus der ganzen Musik gut herauszuhören sein, insbesondere gilt das Piano nur für die anderen.
- Du sollst versuchen am meisten N. p. S. (Noten pro Sekunde) zu erreichen. So wirst du die Hochachtung der Unfähigen gewinnen.
- Eine authentische Interpretation eines Stückes ist erreicht, wenn keine Note vom Original mehr bleibt.
- Du sollst beim Spielen ein finsteres und grimmiges Gesicht machen, etwa so wie Al Bundy, wenn er seine Frau gesehen hat.
- Du sollst keine Gelegenheit versäumen, dich mit dem Nachbarn zu unterhalten. Das belebt die Musikprobe, und der Dirigent kann dann viel konzentrierter arbeiten! Wenn es doch passiert, dass du eine Frage hast, dann stelle sie nie dem Dirigenten, denn der weiss weniger Bescheid als der Nachbar.
- Du sollst bei einer längeren Pause nicht mitzählen, denn du hast gewiss etwas Besseres zu tun. Verlass dich getrost darauf, dass deine Musikkameraden schon richtig einsetzen. Dann kannst du ja auch wieder mitspielen.
- Du sollst, wenn durch deinen Fehler das Orchester aufhören muss, ausführlich erklären, warum du falsch gespielt hast. Alle werden deine Ausführungen mit viel Interesse verfolgen.
- Du sollst mit allen das gleiche Stück spielen.
- Du sollst dich durch Gähnen und halblaute Bemerkungen zum Ausdruck bringen.
- Du sollst, wenn du unschlüssig bist, welche Noten du spielen sollst, bei deiner Auswahl die, die auf dem Notenblatt stehen, bevorzugen.
- Du sollst deine Grifftabelle immer in greifbarer Nähe haben; die anderen kannst du immer noch einholen.
- Du sollst, wenn du überhaupt nicht mehr weisst, wo du bist, die anderen unterbrechen und sagen: "Ich glaube, wir sollten neu einstimmen."
- Du sollst dich beim Spielen durch das ganze Orchester dominieren hören; "piano" gilt nur für die andern.
- Du sollst, wenn sich alle ausser dir irren, mit den Irrenden spielen.
- Du sollst deine Wasserklappe ruhig in das Bierglas oder auf den Schuh deines Nachbars entleeren. Dieses erweckt gewiss einen grosszügigen Eindruck.
- Du sollst den Anweisungen und den Erklärungen des Dirigenten nie folgen, denn sie gelten nur für die anderen. Du weisst ja längst alles besser und langweilst dich.
- Du sollst den dirigierenden Dirigenten nie beachten, denn das verwirrt nur und ist schädlich für die Augen.
- Du sollst, wenn eine Stelle schwierig ist, langsamer werden; wenn sie leicht ist, so werde schneller. Hauptsache, alle hören miteinander auf.
- Du sollst, wenn alle anderen mit Spielen aufgehört haben, die Noten, die bei dir noch übrig bleiben, nicht mehr spielen.
- Du sollst Dynamik-, Bindungs- und Verzierungsangaben nicht beachten, denn sie sind nur dazu da, die Partitur zu verschönern.
- Du sollst nicht nach Noten spielen, denn du hast Anspruch darauf, dass dir deine Stimme extra beigebracht wird - und damit basta.
- Du sollst auf "Jeder hat ein Recht auf freie Improvisation" beharren.
- Du sollst darauf achten, dass deine Leistungen gebührend anerkannt werden. Kritisiere viel und weise stets darauf hin, dass es früher selbstverständlich besser war!
- Du sollst darauf achten, dass deine Leistungen auch gebührend gewürdigt werden, besonders vom Dirigenten. Tut er das nicht, sag ihm ruhig, dass er auch nur so ein Rechtsverdreher und ohne dich nichts, aber auch wirklich gar nichts wert sei.
- Du sollst keine Nachschläge spielen, so etwas ist nur für Dumpfbacken. Sollte so etwas in deinen Noten auftauchen, kannst du dies den Profis vom Schlagzeug überlassen. Spiele einfach etwas Passendes dazu, der Dirigent wird es schon nicht merken.
- Du sollst, wenn du eine falsche Note spielst, einen wütenden Blick auf deine Mitspieler werfen.
- Du sollst an jedem Wiederholungszeichen anhalten und mit den anderen ausführlich besprechen, ob man nun wiederholen soll oder nicht.
- Du sollst dir Zeit nehmen beim Umblättern.
- Du sollst Notenblätter und Bücher ganz fest nach hinten klappen, sie knicken, rollen, fallen lassen. Kippe gelegentlich auch mal ein Bier darüber (natürlich nur die abgestandene Brühe) und vollende das Kunstwerk mit ein wenig Senf oder Ketchup. Das erweckt den Eindruck, dass du mit den Noten arbeitest.
- Du sollst dich nicht um das Notenmaterial kümmern, denn das geht dich nichts an, das ist Sache der Musikkommission!
- Du sollst nie vergessen, dass es ein besonderes Entgegenkommen ist, dass du dich dazu herablässt, überhaupt mitzuspielen, und dass du auf jeden Fall der optimale Musiker bist!!!
- Du sollst darauf gut acht geben, dass deine Leistungen gebührend anerkannt werden. Kritisiere viel und weise darauf hin, dass es früher viel besser war.
- Du sollst nie vergessen, dass es ein besonderes Entgegenkommen von dir ist, wenn du überhaupt mitspielst, und dass du überhaupt der ideale Blasmusiker bist! Du spielst sowieso nur mit, weil das Antwortschreiben vom Bayerischen Rundfunkorchester, den Münchner Philharmonikern und dem London Symphony Sound Orchestra noch nicht eingetroffen ist.
- Eine richtige Note im falschen Moment ist eine falsche Note... (und umgekehrt).
- Eine schüchtern falsch gespielte Note ist eine falsche Note. Eine mit Autorität falsch gespielte Note ist eine Interpretation.
- Natürlich betreffen dich die Ratschläge und Hinweise des Dirigenten nicht. Du kannst alles seit langem, und es langweilt dich. Es ist gut, wenn du dies durch Gähnen und halblaute Bemerkungen zur Schau stellst.
- Selig sind diejenigen, die nicht das absolute Gehör haben, denn ihnen gehört das Musikreich.




