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Bitte lächeln!

Bitte lächeln!

Ist es Ihnen auch schon so ergangen, dass Sie an einem Konzert den Eindruck bekommen haben, die Musikantinnen und Musikanten müssten das Konzert erleiden oder hätten keine Freude am Musizieren?


Kaum ist der letzte Ton verklungen, dreht sich der Dirigent um, bittet eventuell das Orchester sich zu erheben, und dann ist man als Zuschauer mit der Front mehrheitlich versteinerter, zum Teil gequälter Gesichter konfrontiert. Einige sprechen miteinander, andere suchen schon das nächste Stück auf dem Notenpult. Persönlich haben Sie das Konzert vielleicht sogar als unterhaltend, musikalisch bereichernd etc. empfunden. Das, was Sie nun sehen, entspricht aber überhaupt nicht Ihrem akustischen Eindruck. Dass dies selbst auf professionellem Niveau anzutreffen ist, hat mir unlängst das Konzert des russischen Nationalorchesters bestätigt.
Der Grund liegt darin, dass viele Orchester eine schlechte Bühnenpräsenz haben. Die Verantwortung dafür muss zu einem grossen Teil sicherlich der Dirigent übernehmen. Ich bitte Sie, liebe Dirigenten, beim nächsten Konzert darauf zu achten, was Sie für ein Gesicht machen, wenn Sie vor das Korps treten oder sich dem Publikum zuwenden. Dann studieren Sie bitte auch ganz bewusst das Verhalten Ihrer Musiker.
Bestimmt werden Ihnen viele Dinge auffallen.
Bedenken Sie: Das Konzert beginnt vor dem ersten Ton, bereits beim Auftritt des Korps und des Dirigenten. Bestimmt schauen auch Sie lieber in freundliche, aufgestellte Gesichter als in mürrische, oder?
Nach dem Verklingen der letzten Töne wirkt noch viel Atmosphäre des Werkes und des Orchesters nach. Zerstören wir diese nicht durch ungeduldiges, nervöses Organisieren auf der Bühne. Lernen wir auch, den vom Publikum gewährten Lohn, den Applaus, für das Dargebotene entgegenzunehmen. Wir dürfen uns auch über unsere Leistungen freuen — selbst dann, wenn sich wieder der eine oder andere Fehler eingeschlichen hat. Wenn Sie beim Musizieren Begeisterung ausstrahlen, wird diese Botschaft beim Publikum ankommen und auch dort Emotionen auslösen respektive die vorhandenen verstärken.
Sie wissen ja: Lachen ist ansteckend! Es gibt genug Momente in unserem Leben, in welchen wir nicht so viel zum Lachen haben. In der Musik dürfen, ja sollen wir Gefühle zeigen. Das ist meiner Ansicht nach eines der wichtigsten Elemente im musikalischen Schaffen!
Also denken Sie daran und machen Sie mit:

Bitte lächeln!

Aus der "Schwyzer Zeitung"

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